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Blood Falls

27. April 2009

„Blood Falls“ werden die dunkelroten Wasserfälle genannt, die hin und wieder aus der Wand des Taylor-Gletschers auströmen. Als dieses Naturschauspiel 1911 von dem australischem Geologen Griffith Taylor in der Antarktis entdeckt wurde, glaubte man zunächst, dass die dunkelrote Farbe von einem zu hohem Anteil von Rotalgen käme. Doch seit den 1960er Jahren weiß man, dass die Farbe auf den hohen Eisenanteil zurückzuführen ist.
400 Meter unter dem Eis befindet sich die Salzwasserquelle für die „Blood Falls“. Die hypersaline, Sulfat- und Eisen(II)-Ionen-haltige, minus 5 Grad Celsius kalte Flüssigkeit ist luftdicht verschlossen. Das Eisen wird durch den Gletscher aus den Felsboden geschabt und gelangt so ins das Wasser. Nachdem die Eisen(II)-Ionen mit atmosphärischen Sauerstoff oxidieren, werden sie zu wasserunlöslichen Eisen(III)-oxid und lagern sich an der Oberfläche des Eises ab. Dadurch entsteht die blutrote Färbung.

Forscher glaubten in dem unterirdischen See auf Leben zu stoßen und untersuchten einige Proben. Bei den Analysen stießen Jill Mikucki und ihre Kollegen auf hohe Konzentrationen von Eisen und Schwefelverbindungen. Außerdem entdeckten sie organischen Kohlenstoff , Spuren von Nukleinsäuren und bestätigten, dass in diesem See nahezu kein Sauerstoff vorkommt. Damit wurde bewiesen, dass autotrophe Bakterien durchaus unter diesen schwierigen Bedingungen leben können.

 

Eine Grundlage für das Leben scheint der hohe Sulfatgehalt zu sein. Diese Bakterien wandeln Sulfate aber nicht, wie die anderen ohne Sauerstoff lebenden Bakterien zu Schwefelwasserstoff um, sondern durch ein spezielles Enzym können sie Sulfat zu Sulfit reduzieren und als organische Schwefelverbindung in ihren Stoffwechsel einschleusen. Forscher vermuten, dass die Elektronen von dem Eisen die Aufgabe des Sauerstoffs übernehmen.
Es scheint sich also ein kleines Ökosystem gebildet zu haben. Nach dieser Entdeckung hofft man erneut auf Leben auf anderen Planeten zu stoßen, da zum Beispiel auf dem Mars ähnliche Bedingungen herrschen.

 

Quellen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Blood_Falls
http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung/blutspur-des-lebens;2242467;0

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