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Day 3- Überall Affen!

2. Mai 2009

Das uns Menschen am nächsten stehende Tier ist ohne Frage der Affe. Wissenschaftler verschiedenster Nationen und Forschungsrichtungen beschäftigen sich auf unterschiedlichste Weise mit diesen intelligenten Tieren. Vor allem, wenn es um das Verhalten der Affen geht, lassen sich viele Gemeinsamkeiten zum Homo sapiens sapiens finden. Deshalb ist es wichtig unsere Vorfahren genaustens zu untersuchen und derer Verhalten zu analysieren, um parallelen zu dem Menschen ziehen zu können und das menschliche Verhalten zu verstehen. Aus diesem Grunde durften natürlich beim Behaviour Symposium nicht die Biologen, die sich vorrangig mit Primaten beschäftigen, fehlen. Von den Veranstaltern wurde der gesamte Samstag eingeplant, um sich über die neusten Erkenntnisse auszutauschen.

 

Prof. Klaus Zuberbühler aus Schottland und Prof. Hans Kummer aus der Schweiz durften mit den Themen: Wo und Wie Wissenschaftler Verhalten erforschen und die Anfänge der menschlichen Sprache beginnen.

Kummer stellte unter dem ersten Thema einen Versuch vor, bei dem er Primaten in eine, für sie ungewohnte, Situation brachte. Dabei beobachtete er Verhalten, das er nie erwartet hätte: das Nicht-Einbringen eines einzelnen männlichen Affen in das ihm gebotenen soziale Gefüge, bestehend aus einem Männchen und einem Weibchen. Obwohl das Männchen ihm anbot sich gemeinsam mit der „Gruppe“ aufzuhalten, setzte sich das „neue“ Männchen in eine andere Ecke des Käfigs und schaute die beiden anderen Affen nicht mehr an.

Der schottische Forscher Zuberbühler entschlüsselte verschiedene Laute von Schimpansen und verglich, ob diese von anderen Schimpansen verstanden werden. Interessant ist, dass Wahrnlaute sowohl von Schimpansen, als auch von anderen Affenarten, als solche interpretiert wurden.

Zwei italienische Forscherinnen untersuchten in Brasilien, wie Kapuzineraffen Werkzeuge zum knacken von Nüssen benutzen und woran sie das richtige Werkzeug erkennen. Elisabetta Visalberghi und Elsa Addessi fanden bei ihren Versuchen heraus, dass Kapuzineraffen oft harte und schwere Steine nutzen, um die Nüsse zu Knacken. Diese Steine wiegen zwischen 25 und 40 % des Körpergewichts der Affen. Mit einer aggressiven Technik zertrümmern sie die Schalen der Nüsse. Kapuzineraffen können durch Tippen auf ihr potenzielles „Werkzeug“ herausfinden, ob der Stein aus dem richtigen Material besteht, um die Schalen zu knacken und wie schwer der Stein ist. Diese Ergebnisse der Experimente begeisterten die Zuhörer des Behaviour Symposiums und in der anschließenden Fagerunde wurden deshalb viele Fragen gestellt, Anekdoten erzählt und weitere Versuche mit Kapuzineraffen vorgeschlagen.

Die nächste Rednerin Dorothy L. Cheney aus den USA stellt ihre Ergebnisse zum Beziehungsverhalten von Bonobos vor. Weibliche Bonobos bauen eine menschenähnliche Beziehung zu Freunden und Verwandten auf. Verlieren sie einen von diesen engen Beziehungen steigt ihr Stresslevel, wie bei einem Menschen, der einen guten Freund verloren hat. Julia Fischer stellte ähnliche Ergebnisse von Experimenten mit Berberaffen vor.

Zum Abschluss des Tages gab Sue Savage-Rumbaugh einen umfassenden Überblick über die Kommunikation von Bonobos und Menschen mithilfe von Computern. Sie zeigte beeindruckende Bilder und Videosequenzen von einer unglaublichen Art der Affen sich mit dem Menschen zu unterhalten und Wörter mit Bildern zu verknüpfen.

Das zeigte, wie ähnlich Affen den Menschen sein können und wie sehr man Tiere eigentlich unterschätzt.

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