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Sie werden zur Plage

5. Juni 2009

Manche sind rot, andere blau, gelb oder braun. Sie können einen Zentimeter klein sein oder bis zu einem Durchmesser von 91 cm wachsen. Das Meer ist ihr Zuhause. Weltweit bevölkern sie Fels, Sand, Kelp oder Seegras. Sie leben sowohl in Küstenbereichen als auch in Tiefen bis zu 9.000 m. Seit mehr als 300 Millionen Jahren leben sie schon auf der Erde und bisher sind über 1.600 verschiedene Spezies bekannt. Viele haben fünf Arme. Manche jedoch auch Sieben, Acht, Dreizehn oder mehr.

Jetzt könnten sie zur Plage werden!

Seesterne

In einem Experiment untersuchten Rebecca Gooding und ihre Mitarbeiter die Auswirkung von Azidifikation auf Seesterne. In einem speziellen Wassertank wurden bei Veränderung der Temperatur und des Kohlenstoffdioxidgehaltes Ockerseesterne (Pisaster ochraceus) großgezogen.

Der Versuch zeigte, dass schon bei einer Temperaturerhöhung um 3° Celsius und eine Verdopplung des Kohlenstoffdioxidgehaltes diese Seesterne fast doppelt so schnell wachsen.

“This means the sea stars could potentially reach adulthood in about half the time it would typically take–and consume more mussels, their main diet, at much higher rates,” sagte Gooding.

Der dadurch entstehende hohe Muschelkonsum könnte sich auf die Umgebung niederschlagen. Die meisten Muscheln ernähren sich durch Filtration des Atemwassers von Plankton. Dadurch sind sie oft gute Indikatoren für Schadstoffe im Wasser. Bisher wurde noch nicht untersucht, was ein Muschelmangel auslösen könnte, aber eine Trübung des Wasser ist dabei bestimmt das geringste Problem.

Falls der Dornenkronenseestern sich ebenfalls so schnell verbreiten sollte, wie der Ockerseestern bleibt für das Great Barrier Reef in Australien keine Hoffnung. Diese Seesterne ernähren sich ausschließlich von Steinkorallen. Schon jetzt überfallen Dornenkronenseesterne in regelmäßigen Abständen das Riff und lassen nur die Skelette der Korallen zurück. Ein fehlendes Korallenriff hätte Überschwemmungen zur Folge, was Björn Lohmann in seinem Blog sehr gut beschreibt.

Frühere Studien besagen, dass eine Erhöhung von Temperatur und Kohlendioxidgehalt das Wachstum vieler Arten hindern. Bei Seesternen ist das nicht der Fall..

“This complicates current assumptions. It looks like increased CO2 may not have negative effects on all marine invertebrates, suggesting that predicting the impact of climate change should consider how different organisms respond to changing climatic variables.”

Nach diesen brisanten Ergebnissen der Studie von Rebecca Gooding werden bestimmt noch ähnliche Folgen, über die ich dann berichten werden.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Seesterne

http://de.wikipedia.org/wiki/Muscheln

http://www.sciencedaily.com/releases/2009/06/090601140926.htm

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/ouml-ko-logisch/meere-seen-flusse/2009-05-14/korallen-retten-leben

2 Kommentare leave one →
  1. thearcadier permalink
    7. Juni 2009 18:11

    Interessanter Artikel. Aber wenn sie schneller wachsen, dann fressen sie doch nicht nur mehr, sondern werden auch schneller geschlechtsreif, oder? Sorry, mit Sesternen kenne ich mich mal gar nicht aus.

    Ist auf jeden Fall interessant zu beobachten, wie sich das entwickelt. Bleib da mal schön dran^^

  2. 7. Juni 2009 19:49

    Ja, das ist Richtig. Wie das Zitat von R. Gooding sagt, erreichen die Seesterne die Geschlechtsreife schon nach der Hälfte der Zeit. Dadurch vermehren sich die Seesterne natürlich auch viel schneller und alle brauchen Nahrung, um zu überleben. Dazu kommt auch noch die enorme Größe, die die Seesterne in diesem Wassertank erreichten und so ist der Nahrungskonsum extrem gestiegen.

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